Synchronsprecher sind größtenteils Freiberufler, die Filmen ihre Stimme verleihen. Zum einen ist dies der Fall, um fremdsprachige Filme in eine andere Sprache zu übersetzen, zum Zweiten, um beispielsweise Zeichentrickfilmen und Dokumentationen überhaupt erst sprachliche Elemente zu verleihen und zum Dritten, um bei schlechten Akustikgegebenheiten die eigene Originalstimme nachzusynchronisieren.
Eine Berufsausbildung als Synchronsprecher existiert nicht direkt. Größtenteils gelangen Schauspieler oder Moderatoren aus dem Hörfunk in die Auswahlrunde. Schwerpunktmäßig spielt sich die Synchronisierung in Studios in Berlin und München statt, verteilt sich aber auch geringfügig u.a. in Hamburg, Stuttgart oder Köln.
Flexibilität wird als Synchronsprecher groß geschrieben. Genauso wie es Zeiten gibt, in dem die Aufträge auf sich warten lassen, bestehen Phasen, in denen sich Produktionen überschneiden. Morgens noch der nette Junge von nebenan – und mittags schon der Psychopath, der genauso Überzeugung abverlangt.
Zusätzlich wird eine bewusste Atem- und Artikulationssteuerung vorausgesetzt, ein Gespür für Betonungen und Sprachklänge. Charaktere werden allein durch die Stimme zum Leben erweckt und Gefühle hörbar gemacht, ohne den kompletten Körpereinsatz zu Hilfe ziehen zu können.
Die Bezahlung erfolgt nach so genannten „Takes“, den einzelnen gesprochenen Szenen, die regionsabhängig ab 2,50 Euro vergütet werden. Zusätzlich wird eine Grundgage pro Tag ab 25 Euro gezahlt, allein fürs Kommen. Finanziell unterschieden wird auch zwischen Haupt- und Nebenrollen, wobei bei einer Hauptrolle von vornherein mehr verlangt werden kann.
In den meisten Fällen verdienen Synchronsprecher nicht das große Geld und bleiben im Hintergrund. Nur Vereinzelte, die ihre Stimme den großen Hollywood-Stars verleihen, spielen die Ausnahme. Wer kennt nicht die deutsche Stimme von Bruce Willis? Doch welches Gesicht in Wahrheit dahinter steckt, weiß so gut wie niemand.


