Unter Liquidität versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens mit den zur Verfügung stehenden Zahlungsmitteln den aktuellen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und Betragsgenau nachzukommen. Die Zahlungsmittel können Geld oder dem Wert entsprechende Vermögensgegenstände sein, die gegen ein anderes Wirtschaftsgut getauscht werden.
Mindestens eines dieser Güter ist dabei meist ein Zahlungsmittel in Geldform. Von großer Bedeutung neben der Zahlungsfähigkeit ist auch ein Partner, der sein Einverständnis zum Tausch eines Wirtschaftsgutes gegen Geld gibt und dass das Geschäft letztendlich auch stattfindet.
In der Betriebwirtschaftslehre unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen der Liquidität.
Die Güterwirtschaftliche Liquidität bezeichnet die Tauschfähigkeit von Wirtschaftsgütern. Dabei sind unterschiedliche Liquiditätsgrade von Bedeutung, je nach technischen Eigenschaften der Güter und deren Aufwand zur Käufersuche.
Wird ein Wirtschaftsgut durch ein Kreditinstitut beliehen, spricht man von Verliehener Liquidität. Der Nutzen liegt darin, dass Güter nicht verkauft werden müssen und somit keine Verluste bei der schnellen Veräußerung entstehen.
Die Zukünftige Liquidität misst sich am Finanzplan und bezeichnet die Zahlungsfähigkeit aufgrund zukünftiger Einnahmen zum späteren Zeitpunkt.
Beleiht ein Kreditinstitut die angehenden Überschüsse eines Unternehmens, wird dies Antizipierte Liquidität genannt. Mit Hilfe einer strengen Kreditwürdigkeitsprüfung stellt das Kreditinstitut Kapital ohne Sicherheiten bereit.
Liquidität unterscheidet sich in zwei Arten. Die Horizontale Liquidität umfasst den Grad der Belastung von Kapitalansprüchen, also Zinsen und Tilgung. Dagegen befasst sich die Vertikale Liquidität mit dem Prozess, wie Güter entsprechend den Zahlungsverpflichtungen zu Geld werden, also die Verflüssigung von Kapital.
Ist ausreichende Liquidität in einem Unternehmen nicht gegeben und besteht eine dauerhafte Zahlungsunfähigkeit, meist in Kombination mit einer Überschuldung, ist eine Insolvenz die Folge.



