Euro-Bonds

Euro-Bonds, auch EU-Anleihen, sind Staatsanleihen, die von allen Staaten der Euro-Zone gemeinsam ausgegeben werden. Die aufgenommenen Schulden werden untereinander aufgeteilt und gemeinschaftlich für Rückzahlung und Zinsen gehaftet.

Der Vorteil liegt darin, die Zinslast verschiedener Staaten zu senken und für bessere Kreditkonditionen zu sorgen, um Schuldenprobleme leichter zu bewältigen. Da die Kreditwürdigkeit der EU-Staaten unterschiedlich ist, sind auch die Zinssätze dementsprechend unterschiedlich hoch. Bonitätsstarke Länder wie Deutschland, Frankreich oder Niederlande zahlen den Anlegern geringere Zinsen als bonitätsschwache Staaten wie Griechenland oder Italien. Mit Hilfe von Euro-Bonds gleichen die zahlungskräftigen Staaten die Defizite der schwachen EU-Mitglieder aus, indem sie höhere Zinsen entrichten als sie ohne den Pakt müssten.

Kritisiert wird an den Euro-Bonds, dass den Krisenländern der zwingend notwendige Anreiz fehlen könnte, ihren Finanzhaushalt selbst ins Gleichgewicht zu bringen. Schlimmstenfalls tritt sogar eine Verschlechterung der Staatsverschuldung ein, weil sich auf die Hilfe der anderen EU-Staaten verlassen wird. Die Bewohner der starken Länder müssten zwangsweise durch Zahlung von Steuergeldern für die Schulden der schwachen Länder aufkommen. Öffentliche Gelder, die dann an anderer Stelle fehlen, werden eingesetzt, ohne die Gewissheit, ob sie tatsächlich einen Nutzen erfüllen.

Für Deutschland würde sich der Zinsfaktor mit Einführung der Euro-Bonds deutlich erhöhen, was eine jährliche Kostensteigerung im zweistelligen Milliardenbereich bedeuten würde. Andererseits bringen Befürworter dieser Staatsanleihen das Argument, dass Staatsbankrotte einzelner Länder oder gar der komplette Zusammenbruch der EU weitaus höhere Kostendimensionen zur Folge hätte.

Bundeskanzlerin Angel Merkel vertritt eine strikt ablehnende Haltung gegenüber den gemeinschaftlichen Staatsanleihen. Bis heute existieren Euro-Bonds nur in der Theorie, wurden bislang nicht realisiert, jedoch im Sinne der Eurokrise vielseitig diskutiert.

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