Altersarmut einfach erklärt

Wer nur eine geringe Rente bezieht, die die Kosten für Miete, Lebensmittel und Versicherungen nicht deckt, der lebt in Altersarmut. Als arm gilt, wer monatlich weniger als die Hälfte des landesweiten Durchschnittseinkommen zur Verfügung hat.

Das deutsche Rentensystem beruht auf dem Umlageverfahren, d.h. dass die älteren Menschen genau das Geld aus der Kasse ausgezahlt bekommen, das die arbeitende Bevölkerung  einzahlt. Je weniger eingezahlt wird, desto weniger steht zur Auszahlung zur Verfügung. Dieser Generationenvertrag besagt, dass die Finanzierung nur durch die aktuellen Beitragszahler erfolgt und somit kein fester Betrag angespart wird, den man im Alter erhält. Wer also als Arbeiter viel eingezahlt hat, hat nicht automatisch auf eine große Rente Anspruch.

Die Problematik des gesetzlichen Rentensystems ist der demografische Wandel. Durch ein verbessertes Gesundheitssystem steigt die Lebenserwartung, wodurch die Menschen über einen längeren Zeitraum ihre Rente beziehen. Gleichzeitig sinken aber die Geburtenraten, weshalb weniger Geld in die Rentekasse eingezahlt wird. Außerdem stagniert die Einzahlung aufgrund hoher Arbeitslosigkeit und der Ausbreitung geringer Löhne.

Besonders Frauen mit Kindern sind von geringen Renten betroffen, da sie in Zeiten der Kindererziehung keine Beiträge in die Rentenkasse einzahlen und somit weniger Beitragsjahre angerechnet bekommen.

Niedrige Renten zwingen zum Zusatzverdienst, was im Alter aufgrund zunehmender gesundheitlicher Beschwerden oft nicht möglich ist. Somit bleibt zur Sicherung der Existenz nur noch die zusätzliche Beantragung von Sozialleistungen.

Um das gesetzliche Rentensystem zu sichern, schlägt die Politik vor, sowohl die Rentenbeiträge als auch die Löhne zu erhöhen oder sogar eine komplette Reform des Systems, wenn diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen. Zusätzlich ist eine private Altersvorsorge, die seit Einführung der Rentenreform 2001 staatlich gefördert wird, unumgänglich. Problematisch dabei ist, dass sich Geringverdiener eine private Absicherung nicht leisten können und somit dennoch auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Energiewende einfach erklärt

Die Energiewende steht für den Wechsel von der Atomkraft hin zu erneuerbaren Energien, d.h. Solar-, Wind- und Wasserkraft, Erdwärme sowie Bioenergie. Diese nachhaltige Energieversorgung soll den gegenwärtigen Bedarf decken, ohne dabei die Versorgung zukünftiger Generationen zu gefährden und ohne die Umwelt zu schädigen.

Ziel ist es, den Strom bis 2035 zu 60 % und bis 2050 zu 80 % aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen. Um dies zu erreichen, sollen deutschlandweit zahlreiche Solarkraftwerke und Windräder erschaffen werden, die den Strom ohne CO²-Ausstoß produzieren, um gegen die globale Erwärmung vorzugehen. Problematisch ist jedoch, dass die Solar- und Windanlangen vom Wetter abhängig sind. Der optimale Standort für Windräder ist somit der stürmigere Norden Deutschlands.

Um auch den Süden ausreichend mit Strom zu versorgen, sind neue Stromverbindungen dorthin unvermeidbar, deren Entwicklung und Realisierung allerdings viel Zeit und Geld in Anspruch nimmt. Außerdem bestehen derzeit nur begrenze Speichermöglichkeiten für den erzeugten Strom. Folglich ist es vorteilhaft, einen guten Mittelweg aus erneuerbaren Energien und modernen fossilen Kraftwerken zu finden.

Tatsache ist, dass Deutschland nach der Nuklear-Katastrophe 2011 in Fukushima/Japan beschlossen hat, bis 1922 alle Atomkraftwerke abzuschaffen.

Mit Hilfe von effizienteren Geräten soll der Stromverbrauch allgemein reduziert und somit die Problematik der fehlenden Versorgungskapazität eingedämmt werden. Geräte mit einem niedrigen Verbrauch ersetzen die Strom verschwendenden Geräte.

Die Energiewende richtet sich an alle Lebensbereiche. Neue Häuser werden energieeffizient errichtet und Altbauten zu diesem neuen Standard saniert. Fahrzeuge werden in Richtung Elektromobilität weiterentwickelt.

Wichtig ist, einen weltweiten Umschwung zu realisieren, um die Umwelt und Energieversorgung dauerhaft für kommende Generationen zu schützen.

Bruttoinlandsprodukt einfach erklärt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) umfasst den Wert aller in Deutschland erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen im Zeitraum eines Jahres. Dieses Inlandskonzept schließt jeden Einwohner ein, auch die Ausländer, die in unserem Land Leistungen erbringen. Nicht angerechnet werden dagegen die Leistungen der Deutschen, die zwar hier leben, aber im Ausland arbeiten. Dagegen werden diese zuletzt genannten Leistungen als so genanntes Inländerkonzept im Bruttonationaleinkommen (BNE) berücksichtigt, früher auch als Bruttosozialprodukt bekannt.

Das BIP gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im Vergleich mit anderen Ländern und wird deshalb in der Statistik häufiger angewandt als das BNE. Deutschland zählt weltweit zu den Ländern mit den höchsten BIP.

Ein steigendes Bruttoinlandsprodukt spiegelt ein Wachstum der Volkswirtschaft wider, ein sinkendes deutet demzufolge auf einen Rückgang oder Stillstand hin. Ein Wachstum wird erreicht durch Herstellung größerer Mengen sowie qualitativ besserer Produkte und Dienstleistungen.

Um die Auflistung doppelter Güter zu vermeiden, werden bei der Berechnung des BIP sämtliche Vorleistungen abgezogen. Dies umfasst beispielsweise Schrauben, die einzeln hergestellt, aber dann in einem extra Produkt wie einem Staubsauger verwendet werden. Die Schrauben werden somit nur einmal berechnet. Weiterhin werden Subventionen abgezogen, aber Steuern addiert.

Unterschieden wird zwischen realem und nominalem Inlandsprodukt. Nominal heißt, dass alle Güter und Dienstleistungen mit den aktuellen Marktpreisen des Erstellungsjahres gelistet werden, wodurch Preisschwankungen infolge von Inflation oder Deflation einberechnet werden. Das reale BIP berücksichtigt dagegen konstante Preise, die unabhängig von Schwankungen sind.

Es existieren drei Methoden zur Ermittlung des BIP, die alle zum gleichen Endergebnis führen: Entstehungs-, Verwendungs- und Verteilungsrechnung. Die Entstehungsrechnung ermittelt die Bruttosumme der einzelnen Wirtschaftsbereiche und die Verwendungsrechnung konzentriert sich auf den privaten Konsum. Nachdem beide Berechnungen erfolgt sind, wird die Verteilungsrechnung ausgelöst, die sämtliche Bruttolöhne ermittelt.

Spekulationsblasen einfach erklärt

Spekulationsblasen, auch Finanzblasen, kennzeichnen eine steigende Nachfrage bestimmter Waren, wodurch deren Preise ebenfalls steigen. Dies führt soweit, dass die Waren über ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden, sodass die Käufer diese aus Angst vor Preissenkungen und somit einem möglichen Verlust wieder verkaufen. Da nun wieder ein größeres Angebot auf dem Markt besteht, sinken die Preise erst langsam und dann immer schneller, weil mehr und mehr Leute die Waren wieder verkaufen, um den Verlust möglichst gering zu halten. Folglich platzt die Spekulationsblase.

Die Waren wie beispielsweise Immobilien oder Aktien werden anfangs mit dem Ziel gekauft, sie wieder mit großem Gewinn verkaufen zu können. Entwickelt sich jedoch über einen längeren Zeitraum eine Spekulationsblase, wird der Preis zwar anfangs nach oben getrieben, doch wer den rechtzeitigen Absprung nicht schafft, fährt bei der rasanten Talfahrt der Preise erhebliche Verluste ein. Die Gewinner sind die, die den perfekten Zeitpunkt für den Verkauf erwischen und mit großen Gewinnen hervorgehen.

Spekulationsblasen entstehen insbesondere dann, wenn viel Geld im Umlauf ist und die Zinsen niedrig sind. Aus Angst vor einer Inflation und dem folgenden Verlust des Geldwertes werden vermehrt Waren gekauft, um sie gewinnbringend wieder zu verkaufen. Ein schneller Reichtum wird angestrebt, der oft in Verbindung mit einer Kreditaufnahme steht. Fatal ist es, wenn die Banken letztendlich selbst durch die Vergabe der zahlreichen Kredite in Bedrängnis geraten und die Geldversorgung extrem zurückfahren müssen. Dann sind auch Teile der Bevölkerung betroffen, die nicht an den Spekulationsblasen aktiv beteiligt sind.

Beispielhaft zu erwähnen ist die Immobilienblase 2007 in den USA. Durch steuerliche Anreize und günstigere Kredite wurden die Amerikaner zum Kauf einer privaten Immobilie ermutigt. Die Blase führte erst zur Bankenkrise in den USA und weitete sich schließlich zur globalen Finanzkrise aus.

Geheim- und Nachrichtendienste in Deutschland einfach erklärt

In Deutschland existieren landesweit drei Geheimdienste, umgangssprachlich meist Nachrichtendienste genannt, die die Funktion haben im Verborgenen Informationen zu sammeln und auszuwerten, ohne polizeilichen Maßnahmen wie Festnahmen, Beschlagnahmungen und Verhören bemächtigt zu sein.

Als erster Geheimdienst ist das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) zu nennen, der Inlandsnachrichtendienst als Behörde des Bundesinnenministeriums. Der Verfassungsschutz ist für die innere Sicherheit zuständig, indem er Personen und Organisationen überwacht, die eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellen. Die hauptsächlich durch öffentliche Quellen wie u.a. Internet, Zeitungen und Veranstaltungen gesammelten Informationen werden hinreichend ausgewertet und jährlich im Verfassungsschutzbericht veröffentlicht. Zur Infobeschaffung bedient sich der Verfassungsschutz außerdem an der Telefon- und Briefüberwachung sowie zieht V-Männer zu Rate.

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Globalisierung einfach erklärt

Globalisierung umfasst die weltweite Vernetzung über staatliche Grenzen hinweg, bei der sich die Länder in allen Lebensbereichen annähern. Im Zuge des technischen Fortschritts

hat sich ein reger Kontaktaustausch aufgebaut, der das Zusammenwachsen in allen Lebensbereichen wie Wirtschaft, Politik, Kommunikation und Kultur mit sich bringt.

Im wirtschaftlichen Sektor reißt die Globalisierung weite Türen auf, sodass Produkte nicht mehr nur im eigenen Land produziert werden müssen, sondern in wirtschaftsschwache Nationen mit billigeren Produktionskosten verlegt werden können. Verbunden mit den zusätzlichen fortschrittlichen Transportmöglichkeiten und der Möglichkeit, Produkte weltweit zu verkaufen, wird die Produktion angeregt. Dieser rege Warenaustausch bringt einen starken Konkurrenzkampf zwischen den Ländern mit sich.

Billigere Löhne oder Steuern und formlosere Arbeitsschutzbestimmungen sprechen für die Produktionsverlegung ins Ausland wie z. Bsp. China. Während die wirtschaftsschwachen Nationen mit Arbeit versorgt werden, verlieren jedoch Teile der eigenen Bevölkerung ihre Beschäftigung. Aufgrund langer Transportwege von den Produktionsstätten ins eigene Land, stoßen die Transportmittel erheblich mehr Kohlendioxid aus, sodass die Klimaerwärmung zum ernsthaften Problem wird.

Die intensiven grenzüberschreitenden Handelsbeziehungen wirken sich auch in der Politik aus, die den Warenaustausch und die Produktion überwacht. Erhebliche Erleichterungen zeigen sich weiterhin in der internationalen Strafverfolgung, wenn Täter über die Grenzen hinaus agieren. Die Rettung des Ökosystems, was u.a. den Artenschutz und die Problematik des Ozonlochs einschließt, lässt sich in internationaler Zusammenarbeit eher verwirklichen, als wenn Einzelnationen kämpfen.

Die Globalisierung im kulturellen Bereich lässt die Menschen hinsichtlich Sprache, Kultur und Religion zusammenwachsen. Die uneingeschränkte Reisefreiheit und die sozialen Kommunikationsmöglichkeiten über das Internet führen zur Vermischung der verschiedenen Lebensweisen. Deutlich erkennbar ist die weltweite Anwendung der englischen Sprache, die Begriffe wie selbstverständlich in die Landessprachen einpflegt. Weiterhin werden unterdrückende Herrschaftsformen geschwächt und die Rolle der Frau erheblich gestärkt.

Der Entstehungszeitpunkt der Globalisierung ist umstritten. Als ständig währender Prozess wird ihr Ursprung jedoch Mitte des 19. Jhds. angesehen, mit dem Beginn der internationalen Handelsvernetzungen.

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