Was versteht man unter Wirtschaftswachstum?

Das Wirtschaftswachstum definiert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Grundlage ist dabei das Bruttoinlandsprodukt, das den Wert aller in Deutschland hergestellten und verkauften Waren  innerhalb eines Jahres einberechnet. Steigen die Löhne der Menschen und geben diese ihr Geld auch vermehrt aus, wächst die Wirtschaft. Mehr Wachstum bedeutet auch mehr Geld, was jedoch nicht zwangsläufig auch mehr Wohlstand für die gesamte Bevölkerung mit sich bringt, wenn das Geld nicht gerecht verteilt wird.

Als eines der Hauptziele der deutschen Wirtschaftspolitik ist das wirtschaftliche Wachstum 1967 im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz festgehalten. Neben niedriger Arbeitslosigkeit, Preisstabilität sowie einem Gleichgewicht zwischen Import und Export bildet es einen Eckpfeiler des so genannten „Magischen Vierecks“.

Wird beim Wirtschaftswachstum lediglich eine mengenmäßige Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion aus rein materieller Betrachtungsweise berücksichtigt, spricht man von quantitativem Wachstum.

Kritisiert wird jedoch seit den 1970er Jahren, dass ein stetiges Wirtschaftswachstum nicht ewig andauern kann, wenn soziale und ökologische Aspekte weiterhin außer Acht gelassen werden. Die Situation der sinkenden Ressourcen-Verfügung, die die Industrie zum Wachsen jedoch benötigt, geht zu Lasten des Naturschutzes. Um neue Rohstoffe zu fördern, wird der Natur oft die Rote Karte gezeigt.

Deshalb schreit die Meinung nach Gehör, im Wirtschaftswachstum sowohl soziale als auch ökologische Aspekte einzubeziehen, was dem Qualitativem Wachstum entspricht. Hierbei wird neben dem finanziellen Wachstum auch die Lebensqualität mit einberechnet, also, Gesundheit von Mensch und Natur, Zukunftsperspektiven, Zufriedenheit sowie eine gerechte Einkommensverteilung.

Die Wirtschaft kann nur dann stetig wachsen, wenn der Mensch sich nicht seine eigene Lebensgrundlage, die Natur, zerstört. Das Wirtschaftswachstum ist der Motor Deutschlands, denn es schafft neue Arbeitsplätze und füllt zudem die Staatskasse der Steuereinnahmen und der Sozialversicherung.

Noch vor mehr als 250 Jahren maß sich der Reichtum eines Landes an der Landwirtschaft. Weil jedoch bebaubares Land begrenzt war, konnte der gesellschaftliche Reichtum nicht ewig wachsen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts rief Adam Smith eine neue Sichtweise an den Tag, die besagte, das jeder Mensch, der Waren produziert und verkauft, zum Wohlstandswachstum beiträgt. Je mehr Produktion des Einzelnen, desto mehr Landeswohlstand. Der Grundstein für die heutige Wirtschaftssichtweise wurde hiermit gelegt.

 

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